Integration von Asylbewerbern in Eschenbach
Große Freude ist Dank genug

Eng wurde es im Haus von Bernhard Sorger (rechts), wo die beiden Flüchtlingsfamilien aus dem Kosovo wohnen, als sieben Ministranten zusammen mit Gemeindereferentin Gabriela Gabriel (stehend, links) zur Spendenübergabe eintrafen. Mit im Bild "Opa" Fritz Betzl (Zweiter von rechts) und Lehrerin Nicole Schäffler (vorne, links). Bild: rn

Herzlich willkommen fühlen sich seit mehreren Wochen die Familien Gashi und Lativi. Im Haus von Bernhard Sorger am Krummen Weg haben die Asylbewerber eine Bleibe gefunden.

Von ihrem Schicksal erfuhren auch die Ministranten der Pfarrei St. Laurentius. In Begleitung von Gemeindereferentin Gabriele Gabriel besuchten die Oberministranten Manuel Bitterer, Nadine Miodecki und Roland Stengl sowie Lisa Gauthier, Jan Miodecki, Teresa Trummer und Johannes Wöhrl die beiden Familien mit ihren insgesamt fünf Kindern - die Geburt eines weiteren steht bevor. Die Altardiener hatten auch eine Überraschung mitgebracht: eine Spende von 250 Euro und kleine Osterschleckereien.

Das Geld stammt aus dem Verkauf von Bastelarbeiten der "Minis" bei den Weihnachtsmärkten. Der Erlös 2013 sei an Opfer des Taifuns auf den Philippinen weitergeleitet worden, informierte Gabriel. "Beim Weihnachtsmarkt 2014 haben sich unsere Ministranten erneut für einen guten Zweck eingesetzt." Es sei beschlossen worden, den Betrag je zur Hälfte Flüchtlingen und der Ebola-Hilfe zukommen zu lassen.

Einladung zum Tee

Die jungen Besucher drückten jedem der überraschten Asylanten die Hände. Strahlende Gesichter und eine spontane Einladung zum Tee waren ein stiller, herzlicher Dank. Als Betreuer der beiden Familien engagiert sich Kreis- und Stadtrat Fritz Betzl. Er berichtete von deren Ankunft am 26. Januar "mit zwei Plastiktüten und einem schäbigen Pappkoffer". Sichtlich gerührt seien sie in das Haus Sorgers eingezogen und hätten dort Menschen erlebt, die ihnen gerne helfen.

Betzl nannte hier Brigitte Metzner, die in der Kleiderkammer die Ersteinkleidung vornahm. "Die Kinder haben dabei so große Augen bekommen", erinnerte er sich. Die Hilfsorganisation von Hans Karl in Kirchenthumbach habe Schulsachen, Teppiche und ein Fernsehgerät zur Verfügung gestellt. Als drittem "Ersthelfer" dankte er Armin Schmidt, und kam zu dem Schluss: "Eschenbach ist bunt und freundlich. Die Menschen haben dies gespürt und strahlen nach viel Unsicherheit nun Ruhe aus."

Für die Kinder der "Opa"

Sein Dank galt auch dem Landratsamt und weiteren ehrenamtlichen Helfern, die sich für die dezentrale Unterbringung der in ihrer Heimat bedrohten Familien eingesetzt haben. Betzl berichtete von mafiösen Zuständen im Kosovo, wo "Organ-Haie sogar Kinder 'ausschlachten'". Einer der beiden Familien, die der serbischen Bevölkerungsgruppe angehört, sei von Kosovaren das Haus angezündet worden.

Bernhard Sorger würdigte die Initiativen von Fritz Betzl, der als Motor alles am Laufen halte. Er sei in die Familien fest integriert, die Kinder bezeichneten ihn auf Serbisch nur als "Opa". Für "ganz toll" hielt er es, dass es in Eschenbach einen so ungezwungenen Umgang mit Asylbewerbern gebe. Als wertvoll bezeichnete er die Dienste von Miralem und Sabina Kovicevic sowie Nicole Schäffler, die stets ihre Hilfe als Dolmetscher anböten.
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