Intervention in Libyen?

Vor der Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats zum weiteren Schicksal Libyens, haben sich Ägypten und Italien für eine mögliche Intervention in Stellung gebracht. Doch es gibt auch Gegner der Idee.

Mit der kritischen Lage im Bürgerkriegsland Libyen befasst sich nun auch der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN). Am Mittwochabend sollte das Gremium in einer Sondersitzung darüber beraten.

Ägypten hatte zu Beginn der Woche auf einen internationalen Militäreinsatz im Nachbarland gedrängt, nachdem dort Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mehrere ägyptische Geiseln enthauptet hatten und sich weiter im Land ausbreiten. Tunesien, als Nachbarland ebenfalls vom Zerfall Libyens bedroht, sprach sich gegen eine Intervention aus.

Laut Radiosender "Shems fm" sagte Tunesiens Ministerpräsident Habib Essid bei einem Treffen mit seinen Ministern und Präsident Béji Caïd Essebsi am Mittwoch, dass es eine politische Lösung geben müsse. Seinen Angaben nach ergreift die tunesische Regierung derzeit eine Reihe von Maßnahmen, um zu verhindern, dass IS-Kämpfer nach Tunesien einreisen.

Die IS-Miliz hat im Bürgerkriegsland Libyen eine neue Machtbasis aufgebaut. Am Sonntag hatten IS-Anhänger ein Video veröffentlicht, das die Tötung von 21 im Land entführten ägyptischen Christen zeigt. Die Gräueltat hat nicht nur in Kairo Entsetzen ausgelöst. Bereits am Montag flog die ägyptische Luftwaffe Angriffe auf IS-Stellungen in Libyen. In dem ölreichen Land kämpfen zwei verfeindete Regierungen sowie schwer bewaffnete Milizen um die Macht. Italiens Außenminister Paolo Gentiloni forderte vor dem Parlament ein schnelles Eingreifen der internationalen Gemeinschaft. "Italien ist bereit, führende Verantwortung zu übernehmen", sagte er.

Irak: IS treibt Organhandel

Der Irak hat der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterdessen vorgeworfen, sich auch über illegalen Organhandel zu finanzieren. Die Extremisten hätten Ärzte getötet, die sich geweigert hätten, dabei mit ihnen zusammenzuarbeiten, berichtete der irakische UN-Botschafter Mohammed Ali al-Hakim am Dienstagabend in New York vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Die irakische Regierung habe Massengräber mit Leichen entdeckt, denen Organe entnommen worden seien, sagte er.
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