Irak fordert mehr Hilfe im Kampf gegen IS-Milizen: "Haben fast nichts bekommen"
Zu wenig Waffen und Munition

Särge über Särge: Angehörige beerdigen irakische Soldaten, die bei einem Selbstmordanschlag nördlich von Ramadi ums Leben gekommen sind. Bild: dpa
Die von den USA geführte internationale Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) rechnet mit einem langfristigen Einsatz gegen die Dschihadisten im Irak und in Syrien. US-Außenminister John Kerry sprach in einer Telefonbotschaft an die Pariser Konferenz des Bündnisses nach US-Angaben von einem "mehrjährigen Kampf". Gleichzeitig betonte Frankreichs Außenminister Laurent Fabius am Dienstag nach dem Treffen die "völlige Entschlossenheit" der Koalition.

Der irakische Regierungschef Haidar al-Abadi forderte erneut mehr militärische Unterstützung für die Bodentruppen seines Landes. Kerry sicherte dem Irak die Lieferung von Panzerabwehrgeschützen noch in dieser Woche zu. Sein Vize Antony Blinken betonte in Paris, die notwendigen Waffen sollten von den Koalitionspartnern kommen.

Vor Konferenzbeginn hatte Al-Abadi dem Bündnis mangelnde Unterstützung vorgeworfen und von "Versagen der internationalen Gemeinschaft" gesprochen. Sein Land erhalte zu wenig Waffen und Munition. "Wir haben nicht viel bekommen, fast nichts." Irakische Truppen haben bereits mehrfach auf der Flucht vor IS-Milizen umfangreiche Waffenarsenale zurückgelassen.

Auch nach Einschätzung von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier ist im Kampf gegen die Terrormiliz erst ein "Teilstück" erreicht. "Niemand hat geglaubt, dass ein einfacher Sieg über Isis möglich ist. Es kommt darauf an, dass wir einen langem Atem behalten."

Steinmeier kündigte bei dem Treffen an, dass Deutschland 20 Millionen Euro für den Wiederaufbau in Gebieten zur Verfügung stellen wird, aus denen der IS vertrieben wurde. Zugleich forderte er andere Staaten auf, diesem Beispiel zu folgen.
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