Iran baut eigenes Flugabwehrsystem
Verteidigungsminister bietet Russland weitere Basis

Das vom iranischen Präsidentenamt veröffentlichte Bild zeigt den iranischen Präsidenten Hassan Rouhani (Dritter on links) und Verteidigungsminister Hussein Dehghan (Zweiter von links) neben einer Radaranlage. Das Gerät ist Teil des iranischen Flugabwehrsystems Bavar-373. Bild: dpa

Teheran. Der Iran hat ein Flugabwehrsystem entwickelt, das nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars dem russischen Raketensystem S-300 ähnelt. Das System Bawar-373 (Glaube-an-sich-373) wurde am Sonntag in Anwesenheit von Präsident Hassan Ruhani von Verteidigungsminister Hussein Dehghan in Betrieb genommen, wie das Verteidigungsministerium mitteilte.

Iran ist bereit, Russland weitere Luftwaffenstützpunkte für Angriffe in Syrien zur Verfügung zu stellen. "Falls notwendig, werden wir zu gegebener Zeit darüber entscheiden", sagte Verteidigungsminister Hussein Dehghan am Samstag. Die neue militärische Zusammenarbeit mit Russland werde "solange es notwendig ist" weitergeführt, sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA. Die Stationierung russischer Bomber auf der westiranischen Luftwaffenbasis Hamadan ist laut Dehghan in Absprache mit der syrischen Regierung erfolgt. Ziel sei es, die Terrormiliz IS effektiver zu bekämpfen. Teheran und Moskau unterstützen Präsident Baschar al-Assad. Der Verteidigungsminister wies Kritik Parlaments zurück, dass der Schritt verfassungswidrig sei. "Das ist eine vom Nationalen Sicherheitsrat abgesegnete Staatsentscheidung im Einklang mit der Politik den IS zu bekämpfen." Diese bräuchten keine legislative Bestätigung und könnten über den Sicherheitsrat gebilligt werden.

Teheran und Russland hatten 2007 einen Vertrag im Wert von etwa 740 Millionen Dollar für das Flugabwehrsystems S-300 unterschrieben. Die Lieferung wurde aber wegen des Konflikts über das iranische Atomprogramm ausgesetzt. Daher begann der Iran mit der Produktion eines eigenen Flugabwehrsystems.
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