Irlands Mitte-Links-Koalition vor dem Aus
Strafwahl in Dublin

Dublin. Die Iren haben am Freitag ein neues Parlament gewählt. Gut 3,2 Millionen Wahlberechtigte hatten bis zum späten Abend Zeit, ihre Stimmen abzugeben. Umfragen sagen voraus, dass die Mitte-Links Koalition der Partei Fine Gael des Ministerpräsidenten Enda Kenny mit Labour ihre Mehrheit in Dublin verlieren dürfte. Vor allem Labour steht unter Druck; der Sitz der Parteivorsitzenden Joan Burton ist in Gefahr.

Wegen des komplizierten Wahlsystems sind Prognosen schwierig. Die Auszählung beginnt am Samstagmorgen, erste Zahlen gibt es wohl am Samstag, ein Endergebnis eher nicht. Themen im Wahlkampf waren vor allem der Sparkurs der Regierung und die Erholung des Landes nach der Wirtschafts- und Finanzkrise, aber auch Bandenkriminalität in der Hauptstadt Dublin.

Viele Stimmen dürfte Labour an links-populistische Parteien und unabhängige Kandidaten verlieren, aber auch an Sinn Féin - der Partei, die das britische Nordirland wieder an Irland anschließen will und einst als politischer Arm der IRA galt. Die Vorsitzenden der beiden Linksparteien AAA und PBP haben ihre Bereitschaft erklärt, Sinn-Féin-Chef Gerry Adams zu einem "alternativen Ministerpräsidenten" zu wählen, falls es zu einer eigenen linken Mehrheit reicht.
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