IS-Propagandachef in Syrien getötet
Lautsprecher und Verführer

Ein undatiertes Foto zeigt Abu Mohammed al-Adnani. Der IS-Sprecher und Propagandachef sei in der syrischen Provinz Aleppo ums Leben gekommen, als er Militäroperationen inspiziert habe, teilte die Terrormiliz am Dienstag im Internet mit. Bild: Dabiq/dpa

Istanbul. Wie gut der berüchtigte Abu Mohammed al-Adnani die Propaganda-Arbeit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) organisiert hat, zeigte sich auch noch bei seinem Tod. In einer koordinierten Aktion verbreiteten die Dschihadisten am Dienstag im Internet die Nachricht über das Ende des Terroranführers. Loblieder in den Kanälen der Dschihadisten ließen nicht lange auf sich warten. Die Propaganda-Arbeit des IS lief einmal mehr auf Hochtouren.

Mit dem Ende-Dreißigjährigen verliert die Terrormiliz ihre neben IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi wichtigste Figur. Den Dschihadisten zufolge starb er in der nordsyrischen Provinz Aleppo, als er Militäroperationen inspizierte. Unklar ist noch, wer ihn getötet hat. Amerikaner und Russen wollen ihn beide ins Visier genommen haben. Taha Subchi Falacha, so sein richtiger Name, war vor allem die Stimme des IS. In einem aggressiven Tonfall verbreitete er in seinen Audiobotschaften die Propaganda der Dschihadisten rund um den Globus. Er klang dabei dynamisch und sprach so vor allem junge Sympathisanten der Extremisten an.

Der Propagandachef bekam in den vergangenen Jahren in der IS-Führung immer mehr Macht. Zuletzt soll er Chef einer Einheit gewesen sein, die für Terroranschläge im Ausland zuständig war. Diese bestehe nur aus 10 bis 15 Personen, sagte der Terror-Experte Guido Steinberg von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik. Dabei ging es vor allem darum, potenzielle Attentäter im Westen zu finden - so soll al-Adnani auch hinter der Pariser Terrorserie im November 2015 und den Attentaten in Brüssel im März 2016 stecken.
Weitere Beiträge zu den Themen: Syrien (147)Islamischer Staat (67)IS (8)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.