IS-Terrormilizen ermorden irakische Menschenrechtsaktivistin
Gefoltert und erschossen

Südlich von Bagdad rüsten sich schiitische Einheiten für den Kampf gegen die IS-Terrormiliz. Das Morden der islamistischen Extremisten aber geht weiter. In Mossul wurde eine Menschenrechtsaktivistin erschossen. Auch zehn frühere Parlamentskandidaten sollen dort öffentlich hingerichtet worden sein. Bild: dpa

Nach der Enthauptung eines französischen Touristen geht das Morden der IS-Terrormilizen weiter. Jetzt haben sie eine bekannte irakische Menschenrechtsaktivistin erschossen. Die Entführer von zwei Deutschen auf den Philippinen sollen vier Millionen Euro Lösegeld gefordert haben.

Die Terrormiliz Islamischer Stadt (IS) hat eine bekannte irakische Menschenrechtsanwältin gefoltert und öffentlich getötet. Samira Salih Ali Al-Nuaimi hatte in der vergangenen Woche die Zerstörung von Moscheen und anderen religiösen Stätten durch die Terrormiliz auf ihrer Facebook-Seite als "barbarisch" kritisiert.

Ein sogenanntes "Scharia-Gericht" habe die Frau wegen Abfalls vom Glauben verurteilt, teilte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, mit. Die schreckliche Tötung einer mutigen Frau legt nach seinen Worten die bankrotte Ideologie des Islamischen Staates offen. Die Extremisten hätten sie am Montag in der nordirakischen Stadt Mossul erschossen, teilte Al-Hussein mit. Verwandte berichteten den Vereinten Nationen, die Leiche der Anwältin habe Folterverletzungen aufgewiesen.

Die UN erhalten nach eigenen Angaben regelmäßig Meldungen über Angriffe auf Frauen in Mossul. Einwohner aus Mossul berichteten, zehn frühere Parlamentskandidaten seien vor einer Menschenmenge auf einem öffentlichen Platz getötet worden. Das Schicksal von Dutzenden weiteren Ex-Kandidaten in der Gewalt der Dschihadisten sei unbekannt.

Die sieben großen Industrienationen (G7) haben die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aufgefordert, alle Geiseln sofortig und bedingungslos freizulassen. In einer Erklärung zu einem Treffen der G7-Außenminister am Donnerstag in New York unterstützt die Gruppe nach Angaben aus Delegationskreisen zugleich das militärische Vorgehen der USA und anderer Länder im Irak und in Syrien. Dies sei ein "wichtiger Beitrag", um dem Irak beim Kampf gegen den IS zu helfen und zu verhindern, dass sich die Miliz anderswo Rückzugsräume aufbaut.

Manila verhandelt nicht

Die philippinische Staatsführung lehnte es unterdessen ab, mit den islamistischen Entführern zweier Deutscher zu verhandeln. Man rede nicht mit Terroristen, sagte Verteidigungsminister Voltaire Gazmin am Donnerstag. In Berlin gibt es einen Krisenstab zu dem Fall. Die beiden Segler sind seit April in der Hand der Terrorgruppe Abu Sayyaf. Im Internet war am Mittwoch eine Lösegeldforderung über mehr als vier Millionen Euro aufgetaucht. Sie war an die Familie der Entführten sowie an die deutsche und philippinische Regierung gerichtet. Paris hat einen Tag nach der Enthauptung eines Franzosen in Algerien die Sicherheitsmaßnahmen gegen mögliche islamistische Terrorakte verstärkt.
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