Israel startet Strafaktionen

Israel will palästinensische Anschläge in Jerusalem stoppen. Dabei setzt der jüdische Staat auf Abschreckung und Kollektivstrafen - wie die umstrittenen Häuserzerstörungen.

Nach dem blutigen Anschlag auf eine Synagoge in Jerusalem hat Israel Strafmaßnahmen gegen palästinensische Attentäter und deren Familien eingeleitet. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte die rasche Zerstörung der Häuser der beiden Angreifer an. Er sieht sein Land im "Kampf um Jerusalem".

Bereits in der Nacht zum Mittwoch demolierten israelische Sicherheitskräfte die Wohnung eines Palästinensers, der im Oktober mit seinem Auto an einer Straßenbahnhaltestelle in Jerusalem Wartende überfahren hatte. Israels Wirtschaftsminister Naftali Bennett forderte einen Militäreinsatz im arabischen Ostteil Jerusalems. Ziel sei es, dort die "Terror-Infrastruktur zu zerstören".

Bei dem Angriff auf die Synagoge im vornehmlich von ultraorthodoxen Juden bewohnten Stadtteil Har Nof hatten zwei Palästinenser aus dem arabischen Osten Jerusalems fünf Menschen getötet. Die Angreifer wurden von Polizisten erschossen.

Die Bundesregierung rief Israelis und Palästinenser zu "äußerster Zurückhaltung und Mäßigung" auf. Das Auswärtige Amt verschärfte seine Reisehinweise für Israel. Alle deutschen Bürger, die sich in Israel und den palästinensischen Gebieten aufhalten, sollten sich auf der Homepage des Amtes registrieren. Das gelte auch für Touristen, die nur kurz in der Region seien. Sie würden im Krisenfall kontaktiert. Bereits seit Ende Oktober wird geraten, in Jerusalem vorsorglich auf öffentliche Verkehrsmittel zu verzichten.
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