Japan gedenkt der Opfer des Tsunamis
Aufbau läuft schleppend

Menschen entzündeten Laternen am fünften Jahrestag der Tsunami-Katastrophe in Japan. Das Land hat bis heute mit den Folgen insbesondere des Atom-GAUs im Kraftwerk in Fukushima zu kämpfen. Bild: dpa

Fukushima/Tokio. Mit mahnenden Worten des Kaisers gegen das Vergessen und Gedenkminuten im ganzen Land hat Japan am Freitag der Opfer der Katastrophe von 2011 gedacht. Durch Erdbeben, Tsunami und Atomunfall in Fukushima starben fast 19 000 Menschen. Bewohner der von der Flutwelle überschwemmten Region Tohoku im Nordosten des Inselstaats beteten seit Sonnenaufgang für die Toten. Um 14.46 Uhr Ortszeit (6.46 Uhr MEZ) - der Zeitpunkt, als das Beben die Region erschütterte - legten die Menschen eine Schweigeminute ein.

Im Atomkraftwerk Fukushima war es kurz nach dem Beben vom 11. März 2011 zu Kernschmelzen gekommen - der schlimmsten Atomkatastrophe seit Tschernobyl. Bei einer zentralen Gedenkzeremonie in der Hauptstadt Tokio rief Kaiser Akihito sein Volk auf, weiter den Überlebenden in der Katastrophenregion zu helfen. "Ich bin insbesondere darüber besorgt, dass viele Menschen an Orten, die unserer Beachtung entgehen, noch immer leiden, ohne dass wir das wissen", wurde der vom Volk hoch verehrte Monarch zitiert. Zehntausende Menschen müssen immer noch in containerähnlichen Behelfsunterkünften hausen. Viele Betroffene beklagen, dass der Wiederaufbau nur schleppend vorangeht. Viele werfen der Zentralregierung vor, sich jetzt mehr auf die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2020 in Tokio zu konzentrieren.

Tausende von Arbeitern kämpfen in Fukushima weiter tagtäglich mit den gigantischen Massen an verstrahltem Wasser. Rund 800 000 Tonnen lagern bereits in riesigen Tanks, täglich werden es mehr. Zwar gilt die Lage im AKW nach Auskunft des Betreiberkonzerns Tepco insgesamt als "stabil", doch bis die Anlage stillgelegt werden kann, werden noch Jahrzehnte vergehen. Obwohl die Mehrheit der Japaner für einen Atomausstieg ist, treibt die Regierung das Wiederanfahren abgeschalteter Atomkraftwerke im Lande voran - obwohl ein Gericht aus Sicherheitsgründen die Abschaltung von zwei gerade erst angefahrenen Reaktoren verfügte.
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