Juso-Chefin lobt falsche Parteivorsitzende

Johanna Uekermann. Bild: dpa
Die Juso-Bundesvorsitzende Johanna Uekermann hat sich nach ihrem Lob für den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Flüchtlingspolitik scharfe Kritik von der SPD eingehandelt. "Juso-Bundesvorsitzende geht CDU-Vorsitzender auf den Leim und fällt eigener Partei in den Rücken. Unlogisch, unsolidarisch, unklug", schrieb der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Hubertus Heil im Kurznachrichtendienst Twitter.

SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi erklärte: "Ich höre wohl schlecht: Jusos loben die Kanzlerin?" Sie lobten damit die Frau, die die Transitzonen von CSU-Chef Horst Seehofer unterstützt habe, die den Familiennachzug für Syrer nicht wolle und die schwangeren, minderjährigen und behinderten Flüchtlingen keine angemessene medizinische Versorgung geben wolle. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sagte der "Rheinischen Post", Uekermann sei "konsequent unsolidarisch und wirklichkeitsfern". Die Juso-Chefin hatte gesagt, Merkel zeige in der Flüchtlingsfrage "zum allerersten Mal in ihrer zehnjährigen Kanzlerschaft so etwas wie Rückgrat". In der "Rheinischen Post" kanzelte sie zugleich die eigene Parteiführung ab: "Sigmar Gabriel gebe ich für seine Politik in der großen Koalition und als Parteivorsitzender eine Vier minus", sagte die 28-Jährige. "Das, was die Koalition in der Asylpolitik macht, ist erbärmlich. Wir lassen uns von der Union an die Wand spielen."

Für ihre Gabriel-Kritik erhielt Uekermann auf dem Juso-Bundeskongress in Bremen Rückendeckung. Die Niederbayerin, die seit 2013 im Amt ist, wurde am Freitagabend mit 214 von 296 gültigen Stimmen wiedergewählt. Es gab 73 Nein-Stimmen und neun Enthaltungen.
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