Justiz gegen Medien

Abgehört, durchsucht, verhaftet - die Justiz ging mehrfach gegen Medien vor. Einige Beispiele:

Mai 2015: Bei Ermittlungen gegen einen mutmaßlichen Islamisten gerät eine Journalistin ins Visier des LKA Baden-Württemberg. Ihr Telefon wird abgehört.

September 2005: Die Staatsanwaltschaft lässt die Redaktionsräume des Magazins "Cicero" und die Wohnung eines Redakteurs durchsuchen. Hintergrund: Ein Journalist hatte in einem Artikel über Terrorist al-Sarkawi aus BKA-Geheimunterlagen zitiert.

August 1996: In Bremen werden Redaktionen von Zeitungen und TV-Sendern durchsucht. Die Staatsanwaltschaft will wissen, wer einen vertraulichen Bericht des Landesrechnungshofes über ein Haushaltsdefizit den Redaktionen zugespielt hat.

Oktober 1962: Die Polizei durchsucht die Redaktionsräume des "Spiegel" und hält sie wochenlang besetzt. Das Magazin hatte Schwächen des Nato-Verteidigungskonzeptes offen gelegt. Herausgeber Rudolf Augstein und mehrere Mitarbeiter werden verhaftet. Die "Spiegel-Affäre" löste eine Regierungskrise aus. Verteidigungsminister Franz Josef Strauß verlor sein Amt. (dpa)
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