Käßmann fassungslos über deutsche Kriegsbeteiligung
Kritik am Einsatz

(KNA/dpa/epd) Die evangelische Theologin Margot Käßmann zeigt sich angesichts des Bundeswehreinsatzes in Syrien "fassungslos". In der "Bild am Sonntag" schreibt sie: "Es macht mich fassungslos, aber wir müssen der Tatsache ins Gesicht schauen: Wir ziehen in den Krieg." Sie warnte: "Es könnte sein, dass es so noch mehr Flüchtlinge werden. Und noch mehr Terroristen!" Der Einsatz spiele nach ihrer Einschätzung der Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) in die Hände, schreibt die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). "Ich fürchte, die Europäer tun jetzt genau das, wozu die islamistischen Terroristen sie provozieren wollten."

Auch der Zentralrat der Muslime in Deutschland kritisiert den Einsatz als falsches Rezept. Die beste und stärkste Waffe gegen Terrorismus sei ein Stopp von Waffenlieferungen, sagte der Vorsitzende Aiman Mazyek der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Unterdessen begann die Bundeswehr in der Nacht zum Sonntag den neuen Anti-Terror-Einsatz. Die Fregatte "Augsburg" wurde den Franzosen unterstellt, teilte das Einsatzführungskommando mit. Nachdem sie mit 230 Soldaten im östlichen Mittelmeer eingetroffen war, schloss sie sich dem französischen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" an.

Laut Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) kommt eine Zusammenarbeit mit der syrischen Armee im Kampf gegen den IS für Deutschland nicht infrage. Denn diese und Machthaber Baschar al-Assad hätten "wesentlich dazu beigetragen, dass Hunderttausende Menschen" nach Europa geflohen sind. Assad sagte zur britischen Zeitung "Sunday Times", dass die westlichen Luftschläge "zum Scheitern verurteilt" seien. Die Angriffe dürften den Terrorismus eher befördern. Er bezeichnete die britischen Luftschläge als "schädlich und illegal" und schloss Frankreich in die Kritik mit ein.
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