Kampf gegen Schlepper auf dem Mittelmeer
Bundeswehr soll libysche Küstenwache ausbilden

Soldaten des Einsatzgruppenversorgers "Berlin" retten Schiffbrüchige aus dem Mittelmeer. Archivbild: Bundeswehr/Hoder/dpa

Brüssel/Berlin. Die Bundeswehr soll sich an der Ausbildung libyscher Küstenschutz-Kräfte durch die Europäische Union (EU) beteiligen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur prüft das Bundesverteidigungsministerium derzeit, welche Art von Unterstützung möglich ist. Eine Entscheidung könnte bereits in den kommenden Wochen fallen.

Das Engagement würde im Zuge der Ausweitung des bereits laufenden EU-Marineeinsatzes "Sophia" erfolgen. Das Ministerium wollte sich am Montag zunächst nicht zu Details äußern. Erst müssten die Planungen auf EU-Ebene abgeschlossen werden. Von einer Unterstützung der libyschen Küstenwache erhofft sich die EU eine Eindämmung der illegalen Einwanderung aus Afrika. Als Folge des Bürgerkriegs gibt es in Libyen keinen funktionierenden Grenzschutz. Allein dieses Jahr kamen bereits rund 90 000 Menschen über die Mittelmeerroute illegal nach Europa.

Als heikel an dem Vorhaben gilt die Auswahl der libyschen Auszubildenden. Kritiker befürchten, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich Extremisten als Bewerber melden. Das erste Trainingsprogramm soll nach Angaben aus EU-Kreisen im Oktober beginnen. (Seite 4)
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