Kardinäle Marx und Müller bei Synode auf einer Linie
Deutsche Einigkeit

Der Lösungsvorschlag der deutschsprachigen Synodengruppe in der Geschiedenenfrage ist einstimmig beschlossen worden. Das betonte der Münchner Kardinal Reinhard Marx am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Vatikan. Zur dieser Gruppe bei der Synode gehörten neben den als Reformern geltenden Kardinälen Marx und Walter Kasper auch der eher konservative Präfekt der Römischen Glaubenskongregation und ehemalige Regensburger Bischof, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, sowie der Wiener Kardinal Christoph Schönborn. Letzterer hat dem Vernehmen nach vermittelnd auf die Debatte eingewirkt.

Wie Marx berichtete, hat in der Gruppe die Lektüre eines Kapitels aus der Summa Theologiae (um 1270) von Thomas von Aquin eine wichtige Rolle gespielt. Darin hatte der Kirchenvater argumentiert, dass die praktische Anwendung einer allgemeinen Norm auch stets Klugheit erfordere und diese die Situation und den Sinn der Norm zu beachten habe. "Übers Wochenende haben viele von uns Thomas von Aquin studiert, und am Ende haben wir gesehen, ja, das ist wirklich das, was er lehrt."

Allerdings hat die gesamte Bischofssynode zu Ehe und Familie noch keine einheitliche Lösung gefunden. Das zeigen die Stellungnahmen der 13 Synoden-Sprachgruppen, die der Vatikan am Mittwoch veröffentlichte. Davon plädierten vier, darunter die deutschsprachige, für eine stärkere Öffnung gegenüber Wiederverheirateten, die bisher nicht zu den Sakramenten wie Kommunion und Beichte zugelassen sind. Diese von Fall zu Fall unter Aufsicht des zuständigen Bischofs oder Beichtvaters und schließen eine Wiederzulassung zu den Sakramenten nicht grundsätzlich aus. Drei wandten sich ausdrücklich gegen eine Änderung der Lehre und Praxis. Die übrigen äußern sich allgemein oder gar nicht.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.