Kassen erlassen Mitgliedern eine Milliarde Euro

Die gesetzlichen Krankenkassen haben 55 000 Versicherten Schulden von mehr als 1,1 Milliarden Euro erlassen. Dies geht aus einer Auflistung des Bundesgesundheitsministeriums hervor. Demnach wurden 231,6 Millionen Euro an Beiträgen erlassen und 909,4 Millionen Euro an Säumniszuschlägen.

Angesichts von mehr als 200 000 Nichtversicherten hatte die Große Koalition im Jahr 2007 die Versicherungspflicht eingeführt. Die Zahl der Nichtversicherten sank daraufhin - auf rund 137 000 im Jahr 2011. Das Problem: Beiträge, die seit der Einführung der Versicherungspflicht angefallen waren, mussten plus Säumniszuschlag nachgezahlt werden - vor allem für Obdachlose, aber auch für Kleinselbstständige und Existenzgründer ein Ding der Unmöglichkeit.

Abhilfe schaffen sollte das im August 2013 in Kraft getretene Beitragsschuldengesetz. Es ermöglichte Nichtversicherten, sich bis 31. Dezember 2013 ohne Nachzahlungen zu versichern. Davon machten knapp 24 500 Menschen Gebrauch. Bei 25 800 griff eine Altfallregelung. 4700 erhielten eine Ermäßigung. Experten gehen aber davon aus, dass immer noch viele unversichert sind.
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