Kauder seit fast zehn Jahren Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag
Harter Ton, weicher Kern

Volker Kauder (CDU) ist seit 1990 im Bundestag und seit 2005 Chef der Unions-Fraktion. Bild: dpa
Volker Kauder geht nie mit einem Sprechzettel ans Rednerpult. Er spricht frei. Das können nicht viele Politiker. Der Christdemokrat weiß, was er loswerden will, und das verkündet er. Auch unabhängig davon, welches Thema gerade aufgerufen ist. Er mahnt und kämpft und poltert. Seine Botschaft: Die Union weiß am besten, was gut für Deutschland ist. Konkurrenten verdrehen dann die Augen. Heute ist der 65-Jährige länger als alle seine Vorgänger Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Seit 1990 ist Kauder im Bundestag. Von 1991 bis 2005 war er Generalsekretär der CDU in Baden-Württemberg, von 2002 bis 2005 Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion unter der Vorsitzenden Angela Merkel. Als sie 2005 das Kanzleramt eroberte, wurde Kauder Fraktionschef. Bis heute hat sich an ihrem vertrauensvollen Verhältnis nichts geändert.

Man muss Kauder zu nehmen wissen. Er provoziert gern und seine Bemerkungen können verletzend sein. Aber ihm wird auch Nehmerqualität und Verlässlichkeit nachgesagt. Und ein weiches Herz. Die parteiübergreifende Empörung, weil er Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) "weinerlich" vorgeworfen hatte, ging ihm nahe. Er wusste, dass er sich im Ton vergriffen hatte, fühlte sich aber als ein Politiker, der Frauen in der Partei fördert, missverstanden.

Und warum bekam Kauder nie ein Regierungsamt? "Die Fraktion beschäftigt sich mit allen politischen Fragen. Entsprechend ist auch der Vorsitzende gefragt", sagt Kauder Das Parlament sei das Herz der Demokratie. "Ein Regierungsamt hat mich nicht so gereizt. Ich bin ein leidenschaftlicher Parlamentarier."
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