"Kein Grund für Politikwechsel"

Die Bundesregierung sieht keinen direkten Zusammenhang der führerlosen Flüchtlings-Frachter mit der europäischen Grenzsicherung "Triton". "Das beschriebene Phänomen erfordert aus ihrer Sicht gegenwärtig keinen Strategiewechsel in der europäischen Asylpolitik", sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag.

Dass Schleuser nun statt kleiner Boote vereinzelt ältere Handelsschiffe mit besserer Seetauglichkeit einsetzten, sei wohl eher ein Versuch, ihr kriminelles Geschäft auch während der Wintermonate zu betreiben. Die Gewinnspannen bei Schleuseraktionen mit größeren Schiffen seien "enorm". Beim Einsatz der EU-Grenzschutzagentur Frontex vor der Küste Italiens wurden laut Ministerium seit November 13 000 Migranten gerettet. Zudem seien 53 Schleuser festgenommen worden. Insofern habe sich das Konzept bewährt.

Vor dem Beginn von "Triton" hatte Italiens Marine mit ihrem Einsatz "Mare Nostrum" Tausende Flüchtlinge und illegale Einwanderer im Mittelmeer aus Seenot gerettet - auch außerhalb der italienischen Küstengewässer. Menschenrechtsorganisationen wie Pro Asyl hatten die Beendigung von "Mare Nostrum" kritisiert. (dpa)
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