Kein Raum für Dialog

Der Protest sieht harmlos aus, hat aber Sprengkraft: Mit Regenschirm und der Aufschrift "Democracy" auf dem Bein demonstriert diese junge Frau für freie Wahlen in Hongkong. Peking stellt sich taub, doch die Studenten setzen auf Konfrontation statt Dialog. Bild: dpa

Die Studenten drohen mit einer Eskalation der Proteste in Hongkong. Zehntausende verderben Chinas Führung den Nationalfeiertag. Statt des "Chinesischen Traumes" wollen sie Demokratie. Peking aber bleibt hart.

Bei den Demonstrationen für mehr Demokratie in Hongkong haben Studentenführer mit einer Besetzung wichtiger Regierungsgebäude gedroht. Sollte Regierungschef Leung Chun-ying nicht zurücktreten, wollen sie "ihre Aktionen verschärfen". Es gebe keinen Raum für Dialog. Die Proteste überschatteten am Mittwoch den Nationalfeiertag Chinas.

Zehntausende demonstrierten den sechsten Tag in Folge friedlich in der chinesischen Sonderverwaltungsregion. Aktivisten blockierten weitere Hauptverkehrsstraßen der asiatischen Finanz- und Wirtschaftsmetropole sowie das populäre Einkaufsviertel Tsim Sha Tsui auf der Halbinsel Kowloon, das auch bei Touristen sehr beliebt ist.

Hongkongs Regierung sei offen für Gespräche mit den Studenten, akzeptiere aber keine Vorbedingungen dafür, sagte ein Beamter. Wenn die Demonstranten aber auf den Rücktritt von Leung bestünden, seien die Chancen sehr gering. Beide Seiten müssten das gleiche Ziel haben: die Probleme lösen.

In China verschärften die Behörden die Zensur, um Berichte über die bislang schwerste politische Krise in der ehemaligen britischen Kronkolonie seit der Rückgabe 1997 an China zu blocken. Die Proteste entzünden sich an der Weigerung der Pekinger Führung, bei der ersten direkten Wahl 2017 in Hongkong eine freie Nominierung der Kandidaten zu erlauben. Die Proteste gegen die Regierung lösen auch an den Finanzmärkten zunehmend Sorge aus.
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