Keine Abwahl Montgomerys
Ärzte stärken ihren Präsidenten

Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, auf dem Deutschen Ärztetag in Hamburg. Bild: dpa

Hamburg. Im Streit um eine Reform der Honorare haben Deutschlands Ärzte ihrem Präsidenten Frank Ulrich Montgomery den Rücken gestärkt. Der Ärztetag lehnte die Behandlung eines Antrags auf Absetzung Montgomerys ab. In hitziger Debatte hatten mehrere Vertreter vor einem Gesichtsverlust der Ärzteschaft in der Öffentlichkeit gewarnt. "Wir sind in einer grundsätzlichen Vertrauenskrise", räumte Montgomery ein. Im Zentrum stand der Streit um eine neue Gebührenordnung (GOÄ), mit der die Ärzte insgesamt Honorarbeträge von mehr als 16 Milliarden Euro jährlich überwiegend von Privatpatienten abrechnen. Eine Reform des völlig veralteten Regelwerks war trotz jahrelanger Verhandlungen zwischen Ärztekammer und privater Krankenversicherung vorerst gescheitert.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) forderte die Ärzteschaft zur Beendigung ihrer Auseinandersetzungen auf. Er warb energisch für einen gemeinsamen Vorschlag von Ärzten, privater Krankenversicherung und den Trägern der Beamten-Beihilfe, auf deren Basis die Politik eine neue GOÄ beschließen kann. Gröhe sagte, eine neue GOÄ-Systematik sei nötig. Viele heute gängige Therapien sind in dem Regelwerk gar nicht aufgeführt. Montgomery räumte Versäumnisse bei der Ausarbeitung des Regelwerks ein. Er habe die Komplexität der Reform unterschätzt, sagte er. Zugleich warnte er die Ärzte vor überhöhten Forderungen. Durch die Reform sollen die Honorare unterm Strich um 5,8 Prozent steigen.
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