Keine Alleingänge in Familienseelsorge - Kurienkardinal fordert Einheit mit Rom
Müller warnt deutsche Bischöfe

Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller. Bild: dpa
Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller hat die deutschen Bischöfe zur Einheit mit Rom aufgerufen. Bischofskonferenzen seien weder Bischofsversammlungen im Sinne eines Konzils noch politische Organe, deren Vorsitzende darüber befänden, wer sie auf allgemeiner Ebene als Chef zu leiten habe, sagte der Präfekt der Glaubenskongregation dem französischen Magazin "Famille Chretienne" (Samstagsausgabe).

Die Kirche unterscheide sich von rein weltlichen Institutionen. "Die römische Kurie ist nicht die Administration von Brüssel", sagte Müller unter Anspielung auf die EU-Behörden in der belgischen Hauptstadt. Der Kurienkardinal äußerte sich mit Blick auf ein Zitat von Kardinal Reinhard Marx. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hatte während der Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe in Hildesheim gesagt: "Wir sind keine Filialen von Rom."

Die Bischofskonferenzen hätten "bei bestimmten Themen" durchaus eigene Befugnisse, sagte Müller. "Aber sie bilden kein Nebenlehramt zum kirchlichen Lehramt, ohne den Papst und ohne die Gemeinschaft mit allen Bischöfen." Die Idee, etwa Aspekte zum Umgang mit den Themen Familie und Ehe in die Entscheidungsgewalt der Ortskirchen zu geben, nannte Müller "antikatholisch". Zudem bekräftigte er die Unauflöslichkeit des Ehesakraments. Eine Scheidung sei nach katholischem Verständnis wie eine Amputation.
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