Keine schnelle Lösung für Mittelmeer-Flüchtlinge
Brüssel ratlos

Nach einer der schlimmsten Flüchtlingskatastrophen der vergangenen Jahre im Mittelmeer sieht die EU-Kommission keine schnelle Lösung. "Derzeit hat die Kommission weder das Geld noch die politische Rückendeckung, um ein europäisches Grenzschutzsystem auf den Weg zu bringen, das Such- und Rettungsoperationen durchführen könnte", sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Die Brüsseler Behörde untersuche aber, ob eine Aufstockung der Ressourcen der EU-Grenzschutzagentur Frontex "machbar oder wünschenswert" sei. Im Mai will die Kommission ein Strategiepapier zur Migrationspolitik vorlegen. Beim Kentern eines voll besetzten Bootes starben Anfang der Woche möglicherweise Hunderte Menschen. Die Organisation Save the Children geht von bis zu 400 Toten aus. Die Sprecherin der EU-Kommission unterstrich, dass die italienische Küstenwache seit Freitag mindestens 7850 Migranten gerettet hat.

Unterdessen wurden in Italien 15 Migranten festgenommen, weil sie zwölf Christen aus einem Flüchtlingsboot über Bord geworfen haben sollen. Justizminister Andrea Orlando genehmigte die Strafverfolgung, wie italienische Medien berichteten. Den Berichten zufolge sollen die Muslime aus religiösem Hass gehandelt haben.
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