Kiew ehrt seine Helden

Die Massenkundgebungen vom Maidan in Kiew haben der Ukraine Blutvergießen und einen Machtwechsel gebracht. Ein Jahr danach ehrt die Regierung die Toten von damals. Doch bei der Gedenkfeier gibt es auch scharfe Kritik an Präsident Poroschenko.

Ein Jahr nach dem Beginn der prowestlichen Maidan-Proteste in der Ukraine hat Präsident Petro Poroschenko das krisengeschüttelte Land zur Einigkeit aufgerufen. "Wir müssen zusammenstehen und uns mehr vertrauen", mahnte er am Freitag bei einem Treffen mit Aktivisten in Kiew, die von November 2013 bis zum Frühjahr auf dem Unabhängigkeitsplatz (Maidan) in der Hauptstadt demonstriert hatten. Einen Monat nach der Parlamentswahl in der Ukraine einigten sich fünf proeuropäische Parteien auf eine Koalition. Das Abkommen sieht als Priorität einen Nato-Beitritt vor.

US-Vizepräsident Joe Biden würdigte bei einem Besuch in Kiew den Mut der damaligen Demonstranten. Von Russland forderte er wegen der andauernden Kämpfe in der Ostukraine stärkere Friedensbemühungen und drohte Moskau mit internationaler Isolation.

Poroschenko legte am Morgen an einem Mahnmal unweit des Maidans einen Kranz in Erinnerung an die Toten nieder. Wütende Angehörige der Opfer forderten lautstark Aufklärung über die Hintergründe der damaligen Gewalt. "Schande" und "Poroschenko, wo sind die Mörder?", riefen sie. Der Präsident kündigte an, alle bei den Maidan-Protesten getöteten Menschen als "Helden der Ukraine" zu ehren.
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