Kiew und Moskau legen Gasstreit bei - Präsident will Wahlen im Donbass verhindern
"Winterpaket" für Ukraine steht

Die Gasstation "Bobrovnytska" in Mryn, etwa 130 Kilometer von Kiew entfernt. Ukraine und Russland haben sich auf die Gaslieferungen für den Winter geeinigt. Archivbild: dpa
Vor dem Ukraine-Gipfel hat Präsident Petro Poroschenko seine Ablehnung der geplanten Wahlen in den ostukrainischen Separatistengebieten bekräftigt. Er werde alles tun, um die Abstimmungen der prorussischen Aufständischen am 18. Oktober und 1. November zu verhindern, sagte er ukrainischen TV-Sendern am Wochenende. Bei den Verhandlungen mit Russland um Gaslieferungen einigten sich Kiew und Moskau auf ein "Winterpaket" für eine Versorgung der Ukraine bis Ende März 2016.

Die Kommunalwahlen im Kriegsgebiet Donbass sind einer der wichtigsten Streitpunkte zwischen der prowestlichen Führung in Kiew und den Separatisten. Auch beim Gipfeltreffen mit Kanzlerin Angela Merkel und Kremlchef Wladimir Putin am Freitag in Paris dürfte dies im Zentrum stehen. Sollte ein Kompromiss ausbleiben, befürchten Beobachter eine Eskalation der Gewalt und ein Scheitern des Minsker Friedensplans.

Entspannung gab es indes im Gasstreit zwischen Moskau und Kiew. Nach fünfstündigen Verhandlungen in Brüssel beschlossen beide Seiten in der Nacht zum Samstag ein "Winterpaket", das einen Sonderpreis von 232 Dollar je 1000 Kubikmeter Gas vorsieht. Bereits im Oktober will der ukrainische Staatskonzern Naftogaz beim russischen Energieriesen Gazprom nach eigenen Angaben für 500 Millionen Dollar (446 Millionen Euro) zwei Milliarden Kubikmeter Gas für die Heizperiode von Oktober bis Ende März kaufen.
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