Kirchen und Verbände: Politik nimmt Situation hin
Armut weit verbreitet

(dpa/epd) Die Nationale Armutskonferenz, ein Bündnis von Wohlfahrtsverbänden, Kirchen und des Deutschen Gewerkschaftsbundes, schlug bei der Vorlage seines "Schattenberichts 10 Jahre Hartz IV" Alarm: Das Armutsrisiko bei Alleinerziehenden sei deutlich gestiegen, sagte die Darmstädter Sozialexpertin Anne Lenze. Fast 40 Prozent aller Alleinerziehenden lebten von Hartz IV.

Die Armutskonferenz stellte klar, dass sie die Lage bereits vor den steigenden Flüchtlingszahlen als dramatisch ansah. Nun dürfe nicht zugelassen werden, "die einen Armen gegen die anderen - die zugewanderten - Armen auszuspielen", sagte Vize-Sprecherin Werena Rosenke. Geschätzt 335 000 Menschen seien ohne Wohnung. Die Altersarmut werde zunehmen und die Zahl der Wohnungslosen bis 2019 auf mehr als eine halbe Million Menschen steigen.

Eine schlechtes Zeugnis stellte die Armutskonferenz dem Bildungs- und Teilhabepaket für Kinder aus. "Jedes fünfte Kind in Deutschland wächst in einer einkommensarmen Familie auf", sagte Hensel. Er warf der Politik vor, Armut als unabänderlich hinzunehmen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Politik (7296)Berlin (7520)Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.