Koalition der Willigen

Frankreich schmiedet eine breite Front gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Bei einem Treffen im Kreml waren sich François Hollande (links) und Russlands Präsident Wladimir Putin einig, was eine Zusammenarbeit angeht. Einziger Wermutstropfen: Der Abschuss eines russischen Kampfjets durch die türkische Luftwaffe. Bild: dpa

Moskau ist für Frankreichs Präsidenten Hollande die letzte Station in dieser Woche, um eine Anti-Terror-Allianz zu schmieden. Russland ist im Prinzip bereit. Doch die Wut über den Abschuss eines Kampfjets durch die Türkei ist groß.

Die Präsidenten Russlands und Frankreichs haben in Moskau die Notwendigkeit eines Bündnisses gegen den Terrorismus betont. Die jüngsten Anschläge würden beide Länder zwingen, ihre Bemühungen zu vereinigen, sagte Kremlchef Wladimir Putin am Donnerstag zu Beginn eines Treffens mit François Hollande im Kreml. "Wir sind bereit zu dieser Zusammenarbeit, mehr noch, wir halten sie für absolut notwendig", fügte Putin hinzu. Hollande, der sich schon mit den USA, Großbritannien, Deutschland und Italien über einen Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) abgestimmt hatte, sagte: "Wir müssen diese breite Koalition gemeinsam bilden, um den Terrorismus zu schlagen." Putin versicherte erneut, Russland trauere nach den Anschlägen in Paris mit Frankreich.

Moskau will Entschuldigung

Die Präsidenten wollten auch über eine politische Lösung in Syrien beraten. Russland ist Partner des umstrittenen Präsidenten Baschar al-Assad und lehnt Forderungen nach dessen Machtverzicht ab. Die Bemühungen um internationale Kooperation wurden durch den Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei im syrischen Grenzgebiet zurückgeworfen. Putin erwarte eine Entschuldigung von Ankara und Schadenersatz sowie die Bestrafung der "Verbrecher". Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wies das zurück. Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew kündigte Strafmaßnahmen an. So sollten gemeinsame Investitionen eingefroren werden. Das Außenministerium gab eine Reisewarnung heraus. Eine von der Türkei veröffentlichte angebliche Warnung des russischen Jets vor einem Abschuss nannte die Führung in Moskau einen "Zusammenschnitt".

Der britische Premier David Cameron hat vor dem Parlament in London für Luftangriffe auf den IS in Syrien argumentiert. Bodentruppen schloss er aber aus. In der belgischen Hauptstadt Brüssel ist unterdessen die Terrorwarnstufe von der höchsten Kategorie vier auf drei heruntergestuft worden.
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