Kobane soll nicht fallen

In den vergangenen Tagen ist die IS-Terrormiliz immer näher auf Kobane vorgerückt. Die Kurden wehren sich mit aller Macht gegen den Fall der nordsyrischen Stadt. Greift die Türkei ein?

Die Angriffe der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf die eingeschlossene Stadt Kobane in Nordsyrien werden immer heftiger. Am Freitag feuerten die Extremisten rund 60 Granaten auf die kurdische Stadt. Es seien die härtesten Angriffe seit Beginn der IS-Offensive auf Kobane, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Kurden wehrten sich erbittert gegen die IS-Kämpfer. Kurdische Volksschutzeinheiten (YPG) schlugen nach eigenen Angaben drei IS-Angriffe zurück. Die Lage sei dennoch "sehr kritisch", sagte ein Sprecher.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sicherte den Kurden in der Stadt Hilfe zu. "Wir würden nicht wollen, dass Kobane fällt", sagte er. "Wir werden tun, was immer nötig ist, um zu verhindern, dass das passiert." Das Parlament in Ankara hatte am Donnerstagabend Militäreinsätze in Syrien und im Irak gebilligt. Damit kann die türkische Regierung mit Bodentruppen oder anderen militärischen Mitteln gegen Terrororganisationen vorgehen. Die Ko-Vorsitzende der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD), Asia Abdullah, richtete einen Hilferuf an die USA. Das internationale Bündnis müsse IS-Kämpfer direkt an der Frontlinie in Kobane bombardieren, sagte sie. Die bisherigen Angriffe seien nicht effektiv.

Pentagonsprecher John Kirby bestätigte, dass die IS-Miliz immer heftigeren Druck auf Kobane ausübt. Er verwies auf die mehr als 330 Luftangriffe gegen IS. Im Irak will sich nun auch Australien am Kampf gegen den IS beteiligen. Laut Ministerpräsident Tony Abbott billigte das Kabinett auf Bitten der irakischen Regierung den Einsatz von Kampfflugzeugen. Das Kabinett stimmte auch der Entsendung von Spezialkräften zu.

Erneut Brite ermordet

Unterdessen ermordete die IS-Terrormiliz auch den Briten Alan Henning. Im Internet werde ein Video verbreitet, wonach er enthauptet wurde, berichtete am Freitagabend der britische TV-Sender BBC. Der ehemalige Taxifahrer aus Salford bei Manchester war seit 2013 in der Gefangenschaft. Er hatte sich einem Hilfskonvoi für syrische Flüchtlinge angeschlossen und war dabei in die Hände der Terroristen gefallen.
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