Köln: Verurteilung wegen Sexualdelikts in Silvesternacht
Bewährungsstrafen

Der 21-jährige Angeklagte sitzt im Amtsgericht in Köln auf der Anklagebank. Er und ein 26-Jähriger wurden zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt. Bild: dpa

Köln. Ein halbes Jahr nach den massenhaften Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln ist erstmals ein Täter wegen eines Sexualdelikts verurteilt worden. Das Amtsgericht Köln sprach am Donnerstag einen Iraker (21) wegen sexueller Nötigung schuldig und verhängte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung nach dem Jugendstrafrecht. Ein 26 Jahre alter Algerier wurde ebenfalls zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt, weil er sich nach Überzeugung des Gerichts der Beihilfe zur sexuellen Nötigung und der versuchten Nötigung schuldig gemacht hatte. Beide Täter waren zuvor strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten. "Ihnen soll die Chance zur Bewährung gewährt werden", sagte der Vorsitzende Richter. Neben der Bewährungsstrafe verhängte das Gericht für den Jüngeren auch noch 80 Stunden soziale Arbeit.

An Silvester waren in Köln Frauen massenhaft drangsaliert, ausgeraubt oder sexuell belästigt worden. Rund 1200 Anzeigen liegen vor, davon rund 500 wegen Sexualstraftaten. Die Kölner Staatsanwaltschaft beziffert die Zahl der Beschuldigten aktuell auf mehr als 200. Die meisten kommen aus Algerien und Marokko. Bislang hatte es noch kein Verurteilung wegen eines Sexualdelikts gegeben.

Die juristische Aufarbeitung gilt als schwierig, weil die Zustände auf dem Platz vor dem Hauptbahnhof chaotisch waren. Im Mai war ein wegen versuchter sexueller Nötigung Angeklagter freigesprochen worden, weil ihn das Opfer nicht wiedererkannte.
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C. Schmitz aus Regensburg | 09.07.2016 | 19:00  
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