Kölner Stadt-Anzeiger
Pressestimmen

Die Zeitung schreibt zur Griechenland-Krise:

Weder in Rom noch in Paris fand Tsipras Unterstützung beim Versuch, in der Euro-Politik Front gegen Kanzlerin Merkel zu machen. Zu unberechenbar verhielt sich die neue Regierung, zu unkooperativ und eigensinnig trat sie auch gegenüber wohlwollenden Politikern auf. Auch Washington lässt Tsipras abblitzen. Im Westen gehen Tsipras die Verbündeten aus. Der wendet sich nach Peking und Moskau. Aus finanzieller Sicht wären die Milliarden von Wladimir Putin für ein Pipeline-Projekt sicher höchst willkommen. Politisch sendet Tsipras erneut ein fatales Signal aus. So geht man in der EU und in einer Währungsunion nicht miteinander um. Wie es scheint, mangelt es vor allem am europäischen Geist.

Trierischer Volksfreund

Das Blatt meint zum Völkermord an Armenier:

Der Bundestag sollte - über eine Million Tote reichen wahrlich - das Massaker des Osmanischen Reiches an die Armeniern am nächsten Freitag, wenn sich das Geschehen zum 100. Mal jährt, als Völkermord bezeichnen. Er sollte sich nicht verbiegen lassen. Die Bundesregierung hingegen sollte diesen Begriff gegenüber der Türkei nicht verwenden, solange Ankara das nicht will. ... Ähnlich wie schon die EU-Parlamentarier, ähnlich wie Papst Franziskus, haben die deutschen Volksvertreter das Recht und sogar die Pflicht, bei der Wahrheitssuche rücksichtslos zu sein. Für die Bundesregierung, der die Hände mehr gebunden sind, wäre ein solcher Parlamentsbeschluss bei Lichte besehen sogar nützlich, denn er erhöht den Druck.

Die Welt

Die Zeitung aus Berlin schreibt zum geplanten Handelsabkommen TTIP:

Leider haben die NGOs (Nichtregierungsorganisationen, Anm. d. Red.) die Diskussion über TTIP in Teilen auch vergiftet. Sie stellen das Abkommen grundsätzlich als eine Verschwörung des internationalen Kapitalismus dar. Die TTIP-Gegner, die sich als basisdemokratische Bewegung verstehen, tragen so leider zur Politikverdrossenheit bei. Es gibt gute Gründe, gegen TTIP zu sein. Doch diese Argumente spielen in der Debatte überhaupt keine Rolle. Die Debatte muss endlich versachlicht werden, auch im Interesse der TTIP-Gegner. Sonst schaffen sie in Deutschland genau das, was sie eigentlich verhindern wollen: amerikanische Verhältnisse. Es entstünde eine Debattenkultur, die nur noch von Misstrauen, Ideologie und Emotionen geprägt ist - und in der das Argument nichts mehr zählt.
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