Kommentar von Frank Stüdemann
Gewalt gegen Hilflose liefert den Extremisten Munition

Die Flüchtlingswelle rollt. Karikatur: Tomicek
Das Schlimme an den Fotos der Security-Mitarbeiter, die mutmaßlich in einer Flüchtlingsunterkunft Asylbewerber misshandelten, ist ja nicht nur, dass sie eine unglaubliche Brutalität zeigen. Viel schlimmer ist, dass man keine Sekunde die Echtheit solcher Bilder bezweifelt, dass man sofort glaubt, dass Menschen zu so etwas fähig sind.

Für solche Männer sind die, für deren Sicherheit sie eigentlich sorgen sollen, keine Menschen - sie gehören in ihrem Weltbild nicht mal mehr zur selben Spezies. Anders lässt sich ein solches Verhalten nicht erklären. Noch ist unklar, wie groß die Zahl der Übergriffe auf Schutzsuchende in den Auffanglagern ist. Der Fall in Burbach, sollten die Misshandlungen so stattgefunden haben, stellt hoffentlich nur eine extreme Ausnahmeform der Unmenschlichkeit dar.

Und doch scheint der Anlass gegeben, an die Folgen solcher Handlungen zu erinnern: Jede Gewalt gegen Asylsuchende, jeder Steinwurf gegen ihre Heime, jedes volksverhetzende Wort, ja selbst jede populistische Phrase gegen Flüchtlinge liefert ideologische Munition. Und zwar gerade jenen hasserfüllten Extremisten, wegen denen viele Menschen in diesen Tagen aus ihrer Heimat fliehen müssen.

frank.stuedemann@derneuetag.de
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