Kommentar von Frank Stüdemann
Nach der Party muss noch eine Mauer fallen

Lebendige Geschichte. Karikatur: Tomicek
Die Party ist vorbei. Am Brandenburger Tor in Berlin, wo gestern Tausende mit lauter Popmusik den 25. Jahrestag des Mauerfalls feierten, wird der Müll zusammengefegt. Das Leben im vereinten Deutschland geht weiter - wahrscheinlich, als wäre nichts gewesen. Was also bleibt übrig von diesem Sonntag, an dem womöglich doch eher die Ostdeutschen Tränen der Rührung in den Augen hatten?

Es bleiben Hausaufgaben, gerade für uns "Wessis". Noch immer regen sich Zorn und Vorurteile, nicht nur an den Stammtischen. Das viele Geld, dass nach "drüben" fließt. Die mittlerweile viel besseren Straßen dort. Das Gefühl, die Einheit aus der eigenen Tasche bezahlt zu haben. Denn die Wahrheit ist doch: Die Mauer in den Köpfen steht vielerorts noch stolz, stur und starr. Wahrscheinlich wird es noch einmal ein Vierteljahrhundert dauern, bis auch sie eingerissen ist. 2039 sind wir dann vielleicht ein wirklich wiedervereinigtes Volk - auch in den Köpfen und Herzen.

frank.stuedemann@derneuetag.de
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.