Kommentar zu den Attentaten in Bayern
Den billigen Vereinfachern nicht in die Hände spielen

Es ist die Stunde der Psychopathen, der seelisch gestörten Einzeltäter, die den Terror in Regionalzüge, auf Feste und in Einkaufszentren tragen. Faktisch macht es für die Opfer und deren Angehörige keinen Unterschied, ob es sich nun um einen blutigen Amoklauf oder um eine mörderische Attacke von islamistischen Terroristen handelt. Doch verbreiten die religiös verbrämten Anschläge eine noch tiefere Beklommenheit. Schreckensbilder, welche die Menschen bisher nur aus dem Ausland kannten, werden plötzlich inmitten der bayerischen Provinz gegenwärtig.

Der Terror berührt das zentrale Thema der Gesellschaft, nämlich die Sicherheit - den bisherigen Standortfaktor Nummer eins in Deutschland. Dieses Privileg ist in Gefahr. Die Bürger werden ihren Schutz zum Gradmesser für die Arbeit der Regierenden machen und den Kurs der Flüchtlingspolitik hinterfragen. Wenn die Politik nicht entschlossen auf diese Wirklichkeit reagiert, droht das hohe Maß an Humanität und Hilfsbereitschaft für die Flüchtlinge Schaden zu nehmen. Realität ist, dass rund 200 000 Migranten ausreisepflichtig sind. Die Zahl der Abschiebungen bewegt sich jedoch meist nur im einstelligen Prozentbereich (je nach Bundesland). Tatsache ist auch, dass etwa drei Viertel der Migranten ohne Ausweispapiere und Hunderttausende weitgehend unkontrolliert nach Deutschland einreisten.

Von rechts hagelt es hämische Schadenfreude. Die Regierenden dürfen keinesfalls den billigen Vereinfachern, die das Nationale über alles stellen, in die Hände spielen.

clemens.fuetterer@derneuetag.de
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