Kommentar zu den Landtagswahlen am 13. März
Spiel nicht mit den Schmuddelkindern

Umfragewerte sind keine Wahlergebnisse. Dennoch zeichnet sich ab, dass es kräftig rumsen wird in der Parteienlandschaft am 13. März. Bis zu 17 Prozent für die AfD in Sachsen-Anhalt fordern ihren Tribut, dürften aber nicht die einzige

Überraschung bleiben. Sensation Nummer eins wäre, wenn die Grünen tatsächlich erstmals stärkste Fraktion in einem Bundesland werden - und das nicht in Berlin oder Hamburg, sondern im Flächenstaat Baden-Württemberg. Die Erklärung liegt auf der Hand: 66 Prozent wollen lieber Winfried Kretschmann als Regierungschef, nur 18 Prozent Guido Wolf. Kretschmanns Triumph vor fünf Jahren war also kein Betriebsunfall. Überraschung Nummer zwei dürfte das desaströse Abschneiden der SPD in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt werden. Mit 13 Prozent in Stuttgart und 15 Prozent in Magdeburg drohen den Sozialdemokraten Schlappen, die Bayerns SPD fast schon wieder mächtig erscheinen lassen.

Ob es eine dritte Überraschung gibt, steht noch nicht fest. Denn in Rheinland-Pfalz wird sich erst noch entscheiden, ob der Wahltag insgesamt für die CDU oder für die SPD desaströser ausfällt. Bleibt Malu Dreyer in Mainz an der Macht, kann das Parteichef Sigmar Gabriel retten. Gelingt es Julia Klöckner, Rheinland-Pfalz erstmals seit 1991 wieder in Unionshand zu bringen, wäre das mehr als ein Trostpflaster für die Union und Angela Merkel.

Bleibt die Frage, wer mit wem? Nach derzeitigem Stand ginge in Stuttgart nur Grün-Schwarz, in Mainz nur die Große Koalition, und in Magdeburg könnte Reiner Haseloff (CDU) plötzlich ohne geeigneten Partner dastehen. Mit den Schmuddelkindern von der AfD will keiner anbandeln. Deshalb werden die etablierten Parteien näher zusammenrücken müssen.
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