Kommentar zu Donald Trump
Republikaner müssen möglichen Machtmissbrauch Trumps klären

Schützenhilfe aus Moskau ist das Letzte was der amerikanische Präsident derzeit gebrauchen kann. Helfen könnte diese Donald Trump ohnehin nicht. Für seine Gegner hat der Herr im Weißen Haus bereits im Wahlkampf zu viel davon bekommen. Obwohl die Kooperation zwischen Trumps Team und russischen Behörden nicht bewiesen ist.

Für die Republikaner ist die von ihrem Präsidenten ausgelöste Skandalserie ein brutaler Loyalitätstest - russische Einmischung macht für sie alles nur noch schwerer. Dabei spielt weniger eine Rolle, dass Trump mit der Weitergabe geheimer Informationen über die Terrormiliz IS an den russischen Außenminister Sergej Lawrow Israel, den treuesten Verbündeten im Nahen Osten, vor Kopf gestoßen haben könnte.

Entscheidend ist die Dynamik die der Skandal, um die Entlassung des FBI-Direktors James Comey entwickelt: zunächst der Rauswurf selbst, dann der einschüchternde Tweet Trumps in Richtung des geschassten FBI-Chefs und nun das Memo, das nahelegt der amerikanische Präsident habe versucht, Ermittlungen zu unterbinden. In dieser Abfolge deutet vieles auf Machtmissbrauch durch den Mann im Weißen Haus hin.

Das erinnert nicht nur ältere amerikanische Politiker an die 1970er Jahre. Es überrascht nicht, dass der republikanische Haudegen John McCain davon spricht, alles erinnere ihn in Größe und Ausmaß an Watergate. Damit sind die Republikaner in der Pflicht. Sie haben die Mehrheit. Sie können vom Kongress alles aufklären lassen. Den Verlust der Macht müssten sie nicht fürchten. Mit Vizepräsident Mike Pence gäbe es im Falle des Falles einen passablen Nachfolger für Donald Trump.

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