Kommentar zu Donald Trump/FBI
Nixons Geist im Weißen Haus

Für Donald Trump ist die Welt voller Feinde und Verschwörungen - der Eindruck entsteht jedenfalls sehr schnell, wenn man die Veröffentlichungen des US-Präsidenten auf Twitter liest. Von daher wird es in sein Weltbild passen, dass ihm FBI-Chef James Comey am Montag vor dem Kongress gehörig in die Parade fuhr: Nein, die von Trump immer wieder behauptete Abhöraktion der Obama-Administration gegen ihn während des Wahlkampfs hat es nicht gegeben. Und ja, seine Behörde ermittelt in Richtung Russland, um herauszufinden, wer Einfluss auf den US-Wahlkampf genommen und Kontakte zu Trumps Team gehabt hat.

Trump muss damit rechnen, dass seine Behauptungen und Anschuldigungen nicht nur von der Presse durchleuchtet und gegebenenfalls gekontert werden - auch FBI, NSA oder CIA werden die Füße nicht einfach stillhalten, wenn sie betroffen sind. Dass der Präsident mit solchem Gegenwind jemals zivilisiert und angemessen umgehen wird, darf man getrost bezweifeln. Unzweifelhaft ist eigentlich nur, dass Trump schon bald die nächsten unhaltbaren Behauptungen via Twitter in die Welt setzen wird.

Falls der Polit-Newcomer im Oval Office am Ende aber selbst justiziablen Dreck am Stecken hat, sollte er an das Schicksal eines ähnlich unbeliebten Amtsvorgängers denken: Richard Nixon wurde 1974 von Mark "Deep Throat" Felt zu Fall gebracht. Der hatte kaum 20 Minuten Fußweg vom Weißen Haus entfernt sein Büro. In der FBI-Zentrale.

frank.stuedemann@oberpfalzmedien.de
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