Kommentar zu Frauen an der politischen Macht
Clinton kann von Merkel lernen

Angela Merkels Zeit läuft ab. Nicht die als Bundeskanzlerin, wohlgemerkt. Denn sollten SPD, Grüne und Linkspartei für die Bundestagswahl 2017 nicht mit einer gemeinsamen Kanzlerkandidatin oder einem Kandidaten antreten, dann dürfte Merkels vierter Amtszeit nichts mehr im Weg stehen - höchstens noch die AfD. Es ist Merkels Zeit an der Spitze der "Forbes"-Liste der mächtigsten Frauen der Welt, die abläuft. Sie führt diese Hitparade das sechste Jahr in Folge an, aber jetzt droht Gefahr von Platz zwei: Hillary Clinton könnte die erste Frau im Oval Office werden. Sie käme wohl mit einem Schlag an die "Forbes"-Spitze.

Sollten die Wähler die Ehefrau von Ex-Präsident Bill Clinton dem wahnsinnigen Wüterich Donald Trump vorziehen - was man nur hoffen kann -, dann würden die USA eine kleine Revolution nachholen. Einen Eintrag in die Geschichtsbücher, der in Deutschland schon vor elf Jahren stattgefunden hat. Traurig eigentlich, dass es überhaupt etwas Besonderes ist, wenn eine Frau ein Land führt - der eine oder andere Krieg wäre uns vielleicht erspart geblieben, hätte es das schon vor Jahrzehnten gegeben.

Aber Vorsicht vor zu großen Hoffnungen: Von Barack Obama, dem ersten Afroamerikaner an der Spitze der USA, haben wir Wunder erwartet - und jetzt, kurz vor seinem Abschied vom Weißen Haus, herrscht Ernüchterung. Es reicht eben nicht, auf einer Liste der Mächtigen zu stehen. Man muss seine Macht auch sichern und ausbauen, vor allem gegen Gegner in den eigenen Reihen. Merkel hat das geschafft. Und Clinton könnte von der Kanzlerin lernen.

frank.stuedemann@derneuetag.de
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