Kommentar zu Frauke Petry, AfD und Grenzschutz
Die Ultima Ratio der AfD - mit Waffen gegen Flüchtlinge

Man muss Frauke Petry eigentlich dankbar sein. Die Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD) hat im Gespräch mit den Journalisten des "Mannheimer Morgen" endlich auf den Punkt gebracht, was seit Wochen in der Diskussion über die Flüchtlingsmassen im rhetorischen Nebel nur ziellos herumtrieb.

Niemand hatte es bisher klipp und klar gesagt: Was soll eigentlich mit den Asylsuchenden passieren, die versuchen, deutschen Boden zu betreten, falls Deutschland - wie oft gefordert - seine Grenzen dichtmacht? Es müsste, wenn man Petrys Aussagen richtig deutet, also auf sie geschossen werden. Auf Unbewaffnete. Auf Männer, Frauen, Kinder.

Die Politikerin bezeichnet den Einsatz von Waffen an unseren Landesgrenzen als "Ultima Ratio", als letztes geeignetes Mittel. Und genau da liegt das Problem ihrer Worte. Klar ist: Schüsse auf Wehrlose sind nie ein geeignetes Mittel - weder ein erstes noch ein letztes. Da hilft es auch nicht, dass die AfD-Chefin in besagtem Interview hinterherschickt, dass man es "so weit" nicht kommen lassen dürfe. Im Bezug auf Angriffe gegen Journalisten auf AfD-Kundgebungen in Magdeburg betont sie dann wieder: "Gewalt geht gar nicht." Es sei denn, man ist ein Syrer auf der Flucht und will unerlaubt nach Deutschland einreisen - oder wie genau darf man ihre Haltung verstehen?

Sicher, Petry wurde von den Fragen der Redakteure gezielt in die Enge getrieben. Wer allerdings an der Spitze einer bundesweit agierenden Partei mit zweistelligen Umfragewerten steht, muss mit so etwas umgehen können. Und er sollte wenigstens seine eigenen politischen Thesen ein einziges Mal bis zu Ende gedacht haben.


Link zum Thema:
Das Interview des "Mannheimer Morgen" mit Frauke Petry zum Nachlesen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.