Kommentar zu neuen Spielregeln für Digitalwirtschaft
Keine neuen Regeln ohne Freiheit und Gerechtigkeit

Der Pendler als Taxifahrer - Uber. Der Wohnungsbesitzer als Hotelier - Airbnb. Und der Besitzer eines 3-D-Druckers als Schreiner oder Konditor, weil er wahlweise einen Tisch oder einen Kuchen "ausdrucken" kann. Neue digitale Plattformen ringen den etablierten Wirtschaftszweigen nicht nur Marktanteile ab, sie sind sogar zur Bedrohung geworden. Die Probleme dabei: Nicht selten sind viele neue digitale Techniken mit einer Marktkonzentra-tion verbunden. Oft sind die technischen Hintergründe für Verbraucher nicht transparent genug.

In vielen Fällen greifen die existierenden gesetzlichen Leitplanken nicht mehr. Die Bundesregierung will sich darüber nun Gedanken machen - unter öffentlicher Beteiligung. Was am Schluss dabei herauskommt? Kann heute noch niemand sagen. Einen Vorschlag hat bereits der Innenminister unterbreitet: Abschaffung der Pseudonyme. Die Unkultur der Hasskommentare würde damit wohl sehr schnell beendet sein. Mindestens genauso drängend sind Fragen der Individualisierung, etwa bei Preisen in Online-Shops oder in Buchungsportalen.

Als Konsument würde ich schon gerne wissen, warum ich mehr oder weniger zahlen soll als mein Nachbar oder der Kunde 50 Kilometer weiter. Ebenfalls zu klären: Wie entwickelt sich die Arbeitswelt, wenn traditionelle Berufe wegfallen? Womit können Menschen künftig ihren Lebensunterhalt verdienen? Aufgabe der Politik wird sein, etablierte Werte von Freiheit und Gerechtigkeit in das Zeitalter der Digitalisierung zu übertragen und dabei einen adäquaten sozialen Interessenausgleich zu schaffen.

alexander.raedle@derneuetag.de
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