Kommentar zu Stromtrassen
Letztendlich zahlen die Bürger für jede Trassen-Lösung

Gewiss ist nur ihr unterirdischer Verlauf. Ansonsten spannen sich die vielen Optionen der Süd-Ost-Link-Trasse wie ein kreatives Gitter über die Region. Die Politiker verkünden die Erdverkabelung als Erfolg angesichts der wütenden Bürgerproteste. Letztendlich bezahlen müssen diese Lösung aber alle Stromkunden: Bis zu 10 Millionen Euro Mehrkosten fallen pro Kilometer an. Da stehen zusätzlich Milliarden in der Endabrechnung für den Süd-Ost-Link.

Die Verzögerung hat auch einen politischen Preis: Wenn Ende 2022 in Deutschland die letzten Atomkraftwerke vom Netz gehen, sollten auch die neuen Strom-Autobahnen stehen. Eine Illusion! Eigentlich müssten die neuen starken Leitungen den Windstrom aus dem Norden in die Wirtschaftszentren des Südens transportieren. Es drohen hier nach 2022 kostspielige Notlösungen, weil die Trassen nicht planmäßig vollendet werden. Der Ausbau der erneuerbaren Energien und des Stromnetzes klaffen immer weiter auseinander. Trotzdem werden in Deutschland von geschäftstüchtigen Investoren weiter Windräder gebaut, obwohl die Strom-Transport-Kapazitäten fehlen. Immer öfter müssen die Netz-Betreiber alle Hebel in Bewegung setzen, um eine Überlastung zu vermeiden: Kraftwerke rauf- und runterfahren, Wind- und Solarparks vom Netz nehmen. Die Kosten für diese Eingriffe bewegen sich flott auf eine Milliarde zu.

So begrüßenswert der sensible Dialog ist: Dafür, dass es Zeit und Geld kostet, sie beim Trassen-Verlauf mitzunehmen, müssen die Bürger als Stromkunden selber zahlen. Auch das gehört zur Wahrheit.

clemens.fuetterer@derneuetag.de
1 Kommentar
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Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 28.09.2016 | 00:08  
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