Kommentar zu Uran-Belastung durch Dünger
Höhere Preise oder höhere Belastung

Rückstände von Atrazin im Wasser, Uran im Phosphat-Dünger. Dazu noch Nitrat. Als Verbraucher kann einem da schon angst und bange werden. Ursache für die toxischen Einträge ist vor allem die teils immer intensivere Düngung der Felder. Sie soll den Entzug von Nährstoffen durch intensivere Landwirtschaft ausgleichen.

Hierfür den Bauern die Schuld zuzuschieben, greift zu kurz. Sie sind auf gute Ernten angewiesen, damit ihre Betriebe wirtschaftlich laufen und sie überleben können. Und wie lässt sich der Ertrag optimieren? Mit Düngung. Nicht zuletzt sorgte sie für eine ausreichende Nahrungsmittelversorgung - Hungersnöte durch Missernten hat es in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben.

Wenn aber irgendwann übermäßige oder falsche Düngung zu einer Vergiftung des Bodens und des Grundwassers führen, ist niemandem geholfen. Zwar kommt Uran auch von Natur aus im Boden vor. Grünes Signal für ein "Weiter so" darf das aber nicht sein. Zumal die Uran-Anreicherung der Böden durch Phosphat seit mehr als 30 Jahren bekannt ist. Technisch wäre die Industrie sogar in der Lage, das Schwermetall herauszufiltern - das allerdings führt zu höheren Kosten und damit höheren Preisen.

Die Düngemittelhersteller werden die Mehrbelastungen jedenfalls nicht tragen, trotz teils hoher Gewinne. Bleibt also wieder alles an den Konsumenten hängen. Sie tragen entweder die Last höherer Preise oder die Last einer toxisch belasteten Natur. Vor diese Entscheidung gestellt - wären höhere Preise doch erträglich.

alexander.raedle@derneuetag.de
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