Kommentar zum Anschlag in Vorra
Warum sich in Vorra nicht alles zum Besseren wendet

"Kein Asylat in Vorra." Eine Parole mit Rechtschreibfehler an der Wand, dazu ein Hakenkreuz: Alles sprach für einen rechtsradikalen Hintergrund beim Brandanschlag in Unterfranken. Das geplante Asylbewerberheim in Flammen sorgte vor 18 Monaten für helle Empörung. Der Freistaat verlor seinen Nimbus als Oase gegen Fremdenfeindlichkeit endgültig.

Nun erscheint die Tat aber in einem völlig anderen Licht. Aus "wirtschaftlichen Erwägungen" sollen zwei Tatverdächtige den Gasthof in Brand gesteckt haben. Alles wieder gut damit? Von wegen.

Auch wenn es offenbar in diesem Fall "normale" Kriminelle waren, liest sich die Übersicht über die Anschläge auf Flüchtlingsheime wie eine Karte der Schande. Auch in Bayern, auch in der Oberpfalz. Rassismus als Problem des Ostens - eine Mär. Es herrscht eine trügerische Ruhe. Durch die Tatsache, dass derzeit kaum noch Flüchtlinge in den Freistaat kommen, ist das Thema aus den Schlagzeilen geraten. Die Bilder der Busse, aus denen die Menschen aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan in Turnhallen gebracht werden, sind aus den Köpfen.

Die Ressentiments eines Teils der Bevölkerung gegen Asylbewerber bestehen weiter. Und sie werden durch die vermeintliche Wahrheit über die Tat von Vorra kaum abnehmen. Denn der Reflex "Siehste, ist ja alles halb so wild" spielt Pegida und Co. voll in die Karten. Tatsache ist: Die Sorge vor Anschlägen bleibt.
2 Kommentare
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Stefan Kreuzeck aus Pfreimd | 29.06.2016 | 23:48  
Alexander Unger aus Amberg in der Oberpfalz | 30.06.2016 | 14:33  
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