Kommentar zum Asylpaket II
Sigmar Gabriels Name ist Hase

Heute hü, morgen hott. Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln. Die linke Hand weiß nicht, was die rechte macht. Keine Frage: SPD-Chef Sigmar Gabriel hat mit seinen Äußerungen zum Asylpaket II dafür gesorgt, dass so einige Sprüche aus dem Volksmund mal wieder zu ihrem Recht kommen. Warum aber Gabriel nun behauptet (Achtung Redewendung!), sein Name sei Hase, er wisse von nichts, kann derzeit nur vermutet werden.

Entweder hat er tatsächlich keine Ahnung, weil er den Gesetzentwurf für das Asylpaket II nicht kennt: Das wäre ein Armutszeugnis für die Vize-Kanzler, Wirtschaftsminister und Parteivorsitzenden. Oder die Union hat den Koalitionspartner übertöpelt und nachträglich etwas in den Entwurf gemogelt: Auch das wäre ein Armutszeugnis für Gabriel, ist doch bekannt, dass Partner immer auch eigene Interessen verfolgen.

Oder aber Gabriel - dem politische Beobachter durchaus eine gewisse Sprunghaftigkeit und Beratungsresistenz nachsagen - will für sich und die SPD Punkte sammeln in den derzeit laufenden Wahlkämpfen. Denn in Umfragen sieht es für die Sozialdemokraten alles andere als rosig aus.

"Am Aschermittwoch ist alles vorbei" sang einst der Kölner Jeck Jupp Schmitz. Am Aschermittwoch? Mitnichten. Denn erst am 13. März werden die Landtage in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt gewählt. Und im September folgt die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern. Es ist also noch viel Zeit für mehr oder minder gelungene Profilierungsversuche von Vertretern der Großen Koalition.

martin.bink@derneuetag.de
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