Kommentar zum künftigen US-Präsidenten
Trump stellt demokratische Verfahren infrage

Donald Trump muss angesichts seines Wahlerfolges zutiefst verunsichert sein. Andernfalls würde der künftige US-Präsident verbal nicht so um sich schlagen. Von der Nachzählung im US-Bundestaat Wisconsin droht ihm keine Gefahr. Der Trump-Logik folgend, bestünde deshalb auch keine Notwendigkeit, einen Angriff zu starten.

Trump tut es dennoch - und stellt mit seinen Twitter-Kaskaden über das Thanksgiving-Wochenende erneut die demokratischen Verfahren in den Vereinigten Staaten infrage. Wie in schlimmsten Wahlkampfzeiten schwadroniert er über illegale Stimmabgaben. So treibt der künftige Präsident die Spaltung des Landes weiter voran.

Das Nachzählen von Wahlergebnissen ist gute demokratische Praxis, auch in den USA. Donald Trump dürfte dies wissen. Ein wahrer Staatsmann hätte sich zumindest nach außen gelassen gegeben und die Auszählung in Wisconsin abgewartet. Nun verstärkt der 70-jährige Egomane die Zweifel an seiner Fähigkeit, das Amt des US-Präsidenten zu bekleiden.

Wenn Trump schon jetzt seine Wut nicht im Zaun halten kann, was ist, wenn er sich als Präsident einer Krise gegenüber sieht? Innenpolitisch oder außenpolitisch? Früher oder später wird es wieder gewalttätige Proteste gegen Polizeiübergriffe geben, so wie in den vergangenen Jahren auch. In der heraufziehenden multipolaren Welt werden ihn zudem sehr bald andere Staatschefs testen wollen. Sollte Trump jedes Mal den Beleidigten geben, stehen ungemütliche Zeiten bevor.

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