Kommentar zum Obama-Besuch
Europa in der ersten Reihe


Von Alexander Pausch

US-Präsident Barack Obama und seine Regierungsmannschaft wissen, was sie an Europa haben. Das zeigen seine Reden in London und Hannover. Dagegen hält sich bei vielen, die sich um seine Nachfolge bewerben, die Wertschätzung für die transatlantische Partnerschaft in Grenzen. Das gilt nicht nur für Populisten wie Donald Trump sondern auch für Tea-Party-Ikonen wie Ted Cruz oder Linke wie Bernie Sanders. Mit ihrer reservierten Haltung gegenüber Europa sind sie im Kongress keineswegs isoliert.

Auch unter einer demokratischen Präsidentin Hillary Clinton würden die USA nicht alle internationalen Probleme für die Europäer lösen. Die Zeiten, in denen Europa im Windschatten der USA segeln konnte, sind vorbei. Das hat Obama deutlich gemacht: in Libyen, in der Ukraine und zuletzt in der Flüchtlingskrise. Nicht nur Obama fordert einen Beitrag der Partner, auch weil er die Begrenztheit der amerikanischen Möglichkeiten sieht. China zeigt dies den USA in Asien tagtäglich.

Der Westen, die freiheitliche Demokratie, ist unter Druck. Von außen, aber auch von Innen, durch die Rechtspopulisten beiderseits des Atlantiks. Ein gelungenes Freihandelsabkommen wäre ein Schritt, die Partnerschaft mit den USA zu festigen. Und: Die Europäer müssen mehr Verantwortung übernehmen, für sich und für die transatlantische Partnerschaft. Darauf hat Obama zurecht hingewiesen.

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