Kommentar zum Streit in der K-Frage
Wer das Bett für Angela Merkel schon gerichtet hat

In gut einem Jahr wird der Bundestag neu gewählt. Die Scharmützel im Kampf um die beste Ausgangsposition haben längst begonnen. Dabei ist noch nicht einmal geklärt, wer für die Union oder für die SPD als Kanzlerkandidat ins Rennen gehen wird. Vieles deutet auf ein Duell Angela Merkel gegen Sigmar Gabriel hin.

Der SPD-Chef und Wirtschaftsminister möchte antreten, das ist klar. Gabriel hat das Feuer gegen die Kanzlerin bereits eröffnet. Mit seiner Forderung nach einer Obergrenze für Flüchtlinge kommt er reichlich spät daher und redet sich in Zeiten einer deutlich sinkenden Zahl von Schutzsuchenden ziemlich leicht. Sein abruptes Abwenden von TTIP ist ein weiteres Indiz für seine Positionierung als SPD-Kandidat.

Der Vizekanzler schießt also schon gegen seine Chefin. Auch die Unionsschwester wetzt die Messer. CSU-Vorsitzendem Horst Seehofer geht es in erster Linie um seine Interessen, um die Macht seiner Partei, um die absolute Mehrheit bei den Landtagswahlen 2018. Nach dem Dauerfeuer aus München gegen die Kanzlerin in der Flüchtlingskrise wäre es ja auch kaum glaubhaft, wenn die Christsozialen plötzlich eine neue Kandidatur Merkels lauthals fordern würden.

Die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin im September dürften die Fronten weiter verhärten. Es ist kaum zu erwarten, dass bei den wahrscheinlichen Erfolgen der AfD die beiden großen Volksparteien zu einem gemeinsamen Kampf gegen die Rechtspopulisten aufrufen.

Am meisten dürfte sich der Grüne Superstar Winfried Kretschmann ins Fäustchen lachen über das Hauen und Stechen in der Großen Koalition. Er hat sein Bett für Angela Merkel längst hergerichtet.

frank.werner@derneuetag.de
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