Kommentar zum Thema Hilfspolizisten
De Maizière entpuppt sich als Irrlicht der Koalition

Es ist nicht das erste Mal, dass Bundesinnenminister Thomas de Maizière eine unglückliche Figur macht. Schon im Amt des Verteidigungsministers hat der einst hochgehandelte CDU-Politiker einigen Schaden angerichtet. Unter der vom ihm angestoßenen Reform leidet die Bundeswehr noch heute.

Auch seit seiner Rückkehr in das Amt der Bundesinnenministers - sein vorgebliches Lieblingsamt - zeigt er sich regelmäßig als das Irrlicht der schwarz-roten Koalition: So fällt er seiner Chefin, Bundeskanzlerin Angela Merkel, in der Flüchtlingspolitik in den Rücken. Oder: Er verschreckt die Menschen nach der Länderspielabsage wegen einer angenommenen Terrorgefahr im November in Hannover durch seine ungelenken Aussagen noch zusätzlich. Für Letzteres zog er sich reichlich Spott zu.

Derzeit preist de Maizière den Einsatz von Hilfspolizisten als "zukunftsweisendes Modell" - ein Vorschlag, der jedem Polizeibeamten wie Hohn in den Ohren klingen muss. Schließlich waren es Innenminister aus seiner Partei und aus der SPD, die auf Bundesebene und in den Ländern allen Warnungen zum Trotz bei der Polizei Stellen gestrichen haben. Die Polizisten müssen es nun ausbaden. Sie stöhnen unter der Last der Überstunden. Beim Bürger schwindet das Vertrauen. In Crash-Kursen ausgebildete Hilfspolizisten sind die falsche Antwort. Vertrauen schaffen nur ordentlich ausgebildete Polizisten in ausreichender Zahl.

Seit Jahren sprudeln die Steuereinnahmen. Nicht nur Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), sondern auch seine Amtskollegen in den Ländern verbuchen Einnahmerekorde. Geld für eine wesentliche Aufgabe des Staates, eine ordentlich ausgestattete Polizei und Justiz, ist da.

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