Kommentar zum Umzug des Gesundheitsministerium
Horst Seehofer ist immer für eine Überraschung gut

Da hat Horst Seehofer noch einmal in die politische Wundertüte gegriffen und etwas herausgezogen, mit dem er die Zuschauer verblüfft: den Umzug des Gesundheitsministerium von der Landeshauptstadt ins "Herz der Gesundheitsregion Franken" nach Nürnberg. Damit sitzt dort künftig neben dem Heimatministerium ein zweites Ressort. Und auch für die Oberpfalz soll etwas abfallen, ein Ausbildungszentrum des Bayerischen Roten Kreuzes, das von der Staatsregierung gefördert wird.

Das Zeichen, dass der Ministerpräsident damit setzt, ist klar erkennbar: Seht her, ich weiß, dass Bayern mehr ist als nur München. Das hat er auch bereits mit der - noch laufenden Behördenverlagerung - kund getan. Die Umzugsbeschlüsse sollen dazu dienen, das Bayern außerhalb Münchens und Oberbayerns zu stärken und aufzuwerten. Das ist zu loben keine Frage, zumal ja Franken von Pleiten, Werkschließungen und Stellenabbau in der Vergangenheit stark getroffen wurde.

Aber der CSU-Vorsitzende und Ministerpräsident ist auch mit allen politischen Wassern gewaschen. So wird bei dieser Entscheidung auch die Landtagswahl 2018 eine Rolle gespielt haben. Sein Ziel hierfür lautet: Die CSU muss nicht nur stärkste Fraktion im Landtag bleiben, sondern sie muss - wie derzeit - mit absoluter Mehrheit regieren können. Egal wie dann der Ministerpräsident heißt. Denn auch wenn Seehofer angekündigt hat, das Amt abzugeben, könnte er noch eine Zeit dranhängen. Er ist immer für eine Überraschung gut.

martin.bink@derneuetag.de
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