Kommentar zur Berufung Stephen Bannons
Die ultrarechte Schlagseite des neuen US-Präsidenten

In den Vereinigten Staaten haben Intellektuelle, Wissenschaftler und Journalisten schon lange vor dem Wahltag begonnen, darüber zu spekulieren, was für ein Präsident Donald Trump wohl sein könnte. Immer wieder wurde der Milliardär als Jacksonian, als Erbe von Andrew Jackson, bezeichnet. Dieser war der erste amerikanische Präsident, der nicht aus der Elite der Gründergeneration stammte. Und: Jackson gab sich als Politiker, der das umsetzte, was seinen Wählern nützte, koste es was es wolle.

Die Prinzipien "Koste es was es wolle" und "Der Zweck heiligt die Mittel" sind auch ein Kern der politischen Strategie Trumps. Das hat der 70-Jährige im zurückliegenden Wahlkampf zum Schaden des Landes bis zum Exzess exerziert. Dass der Egomane davon auch nicht als Hausherr in Weißen Haus lassen will, zeigt sich an einer Personalie: der Berufung Stephen Bannons zum Chefstrategen und ranghöchsten Berater.

Jeder, der hofft, dass sich Trump mit dem Einzug ins Weiße Haus mäßigen könnte, sollte gewarnt sein. Mit dem umstrittenen Medienmogul Bannon hat ein Rechts-Außen-Ideologe, Rassist, Antisemit und Islam-Hasser direkten Zugang zum US-Präsidenten.

Befürchtungen, dass "Breitbart-News", die ultrarechte Webseite, zum Staatsfunk werden könnte, sind mehr als berechtigt. Schließlich verbreitet Bannons Unternehmen künftig seinen Hass und seine Vorstellungen von der weißen Vorherrschaft mit dem Segen des US-Präsidenten. Das treibt nicht nur die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft voran, es schürt vor allem die Gewalt.

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