Kommentar zur Bewertungs-App Peeple
Anonymität nicht möglich

Eigentlich ist es ungewollt komisch. Wenn die Erfinderinnen der Peeple-App den vermeintlichen Vorzug ihres Programms loben, treffen sie ausnahmsweise ins Schwarze: Es ist keine Anonymität möglich.

Natürlich meinen Cordray und McCullough die Registrierungspflicht für ihr entschärftes Programm, mit dem Menschen und ihre Qualitäten bewertet werden können. So soll gesichert sein, dass die Kochkünste der Ex-Frau, die Leistung eines One-Night-Stands im Bett oder die Witze des Kollegen nur von realen Nutzern kritisiert werden können. Nach vorheriger Zustimmung.

Das Prinzip ist alt: Nur die veröffentlichte Meinung zählt. Wie früher beim Papier, heißt es heute: Der Bildschirm lügt nicht. Wie das Hotel mit der Top-Bewertung, das vor Ort eher eine heruntergekommene Absteige ist, werden Blender die App zur Eigenwerbung nutzen. So weit, so harmlos.

Doch die angedeutete Ausbaustufe legt nahe, dass Peeple künftig auch das andere Ende dieser digitalen Fahnenstange bedienen wird. Alle "Empfehlungen" sollen dann zu lesen sein. Auch die negativen. Mit nicht absehbaren Folgen. Eine Zustimmung des Bewerteten ist dann unnötig. Eingriffsmöglichkeiten? Fehlanzeige. Ob die App in Deutschland, in welcher Form auch immer, zugelassen wird, ist sehr fraglich. Wenn doch, ist eines klar: Es wird dann keine Anonymität mehr geben.
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