Kommentar zur Bundeskanzlerin
Merkels vierte Kandidatur: Ihre schwerste Aufgabe wartet

Die Entscheidung ist "alternativlos", wie es Angela Merkel selbst zu sagen pflegt. Die 62-Jährige tritt zu ihrer vierten Kanzlerkandidatur an, auch als CDU-Chefin will sie es noch einmal wissen. Merkel also als die "ewige Mutti" - ihr bleibt keine andere Wahl. Sie hat es versäumt, einen Kronprinzen hochzuziehen.

Jetzt schon mit offenem Visier in den Bundestags-Wahlkampf 2017, damit setzt Merkel auch die SPD massiv unter Druck. Parteichef Sigmar Gabriel versucht sich bereits mit der Forderung nach einer Mindestrente zu profilieren. Das ist dünnes Eis, denn das Thema ist selbst in den eigenen Reihen umstritten. Ob nun mit einem Kanzlerkandidaten Gabriel oder Martin Schulz, Präsident des Europaparlaments - für die SPD wird die übermächtige Merkel kaum zu knacken sein.

Die Kanzlerin ist beliebt bis weit in die SPD hinein. Die "Merkel-muss-weg"-Krakeeler aus der AfD sind immer noch in der deutlichen Minderheit. Im Falle eines Wahlsieges warten auf die Kanzlerin Aufgaben, die ihre bisherige Amtszeit als Spaziergang scheinen lassen. Die Pastorentochter aus der Uckermark braucht mehr als nur göttlichen Beistand, um die Herkulesaufgaben zu bewältigen.

In den USA scheint Populist Donald Trump bei der Personalauswahl die schlimmsten Befürchtungen zu bestätigen. Und geht er tatsächlich eine unheilvolle Allianz mit Russlands Präsident Wladimir Putin ein, droht am Ende der Zerfall der Nato. In vielen europäischen Staaten steht ein massiver Rechtsruck bevor. Die deutsche Kanzlerin gilt nun als die Verteidigerin der freien Welt. Ziemlich viel Last auf den Schultern der 1,65 Meter großen Merkel.

frank.werner@oberpfalzmedien.de
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