Kommentar zur K-Frage
Angela Merkel kann in Ruhe abwarten

Tritt Angela Merkel nochmals als Kanzlerkandidatin an oder tritt sie ab? Die Frage treibt nicht nur ihre Partei, die CDU, sondern auch den - deutlich schwächelnden - Koalitionspartner SPD und die Öffentlichkeit um. Verständlicherweise. Mit ihrem Agieren in der Flüchtlingspolitik hat die Kanzlerin heftige Reaktionen in der Bevölkerung ausgelöst. Die einen verteufeln sie als Regierungschefin, die die Zukunft Deutschlands aufs Spiel setzt. Andere loben sie für ihre Menschlichkeit, die sie mit der Aufnahme der zahlreichen Flüchtlinge in Deutschland gezeigt hat.

Ob Merkel sich noch einmal zu einer Kandidatur bereit erklärt, ist auch eine Frage der Alternativen. Und da sieht es in der CDU mau aus. Innenminister Thomas de Maizière agiert ziemlich unglücklich, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat mit einer maroden Bundeswehr zu tun, Finanzminister Wolfgang Schäuble wird bald 74 und gilt als gesundheitlich angeschlagen. Die Länderregierungschefs der CDU sind außerhalb ihrer Länder alles andere als Zugpferde. Das gilt wohl auch für den Vorsitzenden der Schwesterpartei CSU, den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer.

So kann die CDU-Chefin abwarten. Denn derzeit sieht es so aus, als würde auf eine weitere Zeit von ihr als Kanzlerin das Wort zutreffen, das sie selbst so oft benutzt: alternativlos.

martin.bink@derneuetag.de
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.